Gladbach am Abgrund
Vor 5 Jahren spielte Borussia Mönchengladbach noch Champions League. Jetzt stehen sie nach fünf Spieltagen auf Platz 18 und sind auf der Suche nach sich selbst. Kommt noch die Rettung?
Thema der Woche
- Gladbach in der Krise -
Die 4:6 Niederlage gegen Frankfurt am vergangenen Wochenende hat das Fass bei der Borussia endgültig zum überlaufen gebracht. Nachdem vor zwei Wochen bereits Trainer Gerardo Seoane entlassen wurde, entschied sich auch Geschäftsführer Sport Roland Virkus sein Amt niederzulegen.
Die Entwicklungen der letzten Jahre waren einfach zu schlecht. Seit 2022 landete man dreimal auf Platz 10, 2024 sogar auf dem 14. Platz. Enttäuschende Resultate, wenn man bedenkt, dass der Verein zwischen 2012 und 2020 regelmäßig international vertreten war. Max Eberl formte eine Mannschaft, die die großen Teams in Deutschland und Europa an guten Tagen ärgern konnte. Ich erinnere mich noch gut an einige legendäre Duelle gegen den FC Bayern, bei denen Gladbach gerne als Sieger vom Platz ging.
Mit dem Abgang von Eberl ging es allerdings rapide bergab. Viele Leistungsträger verließen Gladbach ablösefrei oder für geringere Summen, als erwartet. Marcus Thuram war einer davon und spielt jetzt bei Inter Mailand um die größten Titel im Weltfußball. Seitdem gurkt man nur noch im Mittelfeld der Bundesliga herum. 2024 ist man dem Abstieg gerade so entkommen. Nun steht man tatsächlich nach fünf Spielen ganz unten. Eugen Polanski soll zunächst als Trainer aushelfen und zeigte auch schon gegen Leverkusen (1:1), dass man gegen Topmannschaften bestehen kann. Doch das 0:6 zur Halbzeit gegen Frankfurt offenbarte doch wieder die eklatanten Mängel in puncto Selbstbewusstsein, Passspiel und Defensivarbeit. Dabei ist der Kader vom Papier her definitiv besser, als es die Tabelle aussagt. Insbesondere offensiv ist man mit Spielern wie Robin Hack, Kevin Stöger oder dem neu hinzugekommenen Giovanni Reyna sehr ordentlich aufgestellt um die Verletzung von Tim Kleindienst auszugleichen. Noch fallen allerdings die Tore zu selten und auch die Mentalität von Kleindienst fehlt auf dem Platz.
Am Sonntag erwartet man nun den SC Freiburg. Ein Verein des Kalibers, mit dem man sich gerne messen möchte. Danach gibt es erstmal die Länderspielpause um durchzuatmen und gegebenenfalls Änderungen beim Trainer und der sportlichen Leitung vorzunehmen.
Die Fußballwoche (25.09. - 02.10.)
- Bundesliga 5. Spieltag - Wagner's Augsburg mit nächster Niederlage; Dortmund bleibt an Bayern dran
- 2. Bundesliga 7. Spieltag - Darmstadt, Elversberg und Hannover marschieren vorne weg; Düsseldorf verschärft Bochumer Krise
- Champions League Vorrunde 2. Spieltag - Frankfurt kassiert 1:5 gegen Atletico Madrid; FC Bayern und BVB mit souveränen Siegen
- DFB-Pokal der Frauen - Keine Überraschungen bei den Bundesligisten; Über 15.000 Zuschauer bei Klassiker-Debüt zwischen Dortmund und München

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