Werders Umbruch wird doch größer als bisher angenommen - Thema der Woche
Viel los aktuell in der Sportwelt. In den Relegationen der 1. und 2. Bundesliga setzt sich am Ende mal wieder der Bundesligist durch ebenso wie der Zweitligist gegen den Drittligisten, Tottenham gewinnt endlich wieder einen Titel, dafür kann Bielefeld das Märchen gegen Stuttgart im DFB-Pokal-Finale nicht komplettieren. Neben Fußball wurde in Monaco auch mal wieder in Prozession Formel 1 gefahren und in Paris haben im Tennis die French Open begonnen.
Hauptthema soll aber in dieser Woche ausnahmsweise mein Herzensverein, der SV Werder Bremen werden. Am Montag kam schon die erste Schockmeldung: Ole Werner wird seinen Vertrag nicht über 2026 verlängern! Zuerst dachte ich, irgendwie schade aber wahrscheinlich wäre er über kurz oder lang eh gewechselt. Tatsächlich habe ich mir eine schöne letzte Saison mit Ole Werner vorgestellt, in der er Werder dann doch noch die so sehnlich erwartete Europapokal-Qualifikation schenkt. Natürlich habe ich auch überlegt, wie denn so eine ganze Spielzeit aussehen soll, bei der jeder im Verein und Team weiß, der Trainer ist im Sommer weg. Am Dienstag kam schließlich die Entscheidung, Werner wird mit sofortiger Wirkung entlassen und bleibt nicht der Trainer für 2025/2026.
Letztendlich war es nach dem Montag erwartbar. Deshalb steht jetzt ein großer Umbruch an, der durch ein paar Spielerabgänge auch schon so langsam angefangen hat. Unser langjähriger Innenverteidiger Milos Veljkovic verlässt den Verein genauso wie Anthony Jung. Gleichzeitig steht auch noch ein Transfer von Marvin Ducksch im Raum, genauso wie die Möglichkeit eines Weggangs von Romano Schmid. Damit könnten Schlüsselspieler den Verein verlassen und mit dem Trainerwechsel einen noch größeren Umbruch anstoßen.
Und ich bin ganz ehrlich, vielleicht kommt dieser zum genau richtigen Zeitpunkt. Ole Werner war bei den meisten Fans nie umstritten, auch wenn aus manchen Ecken bei schlechten Phasen immer die "Werner-Raus" Rufe zu hören waren. Er hat Werder Bremen souverän aus der 2. Bundesliga geführt und wieder in der Bundesliga etabliert. Ansehnlicher Fußball und Ergebnisse im gesicherten Mittelfeld der Tabelle waren das Ergebnis der Arbeit der letzten 3,5 Jahre. 2024 und 2025 ist man zweimal denkbar knapp an der Europapokal-Quali gescheitert. Mit den Abgängen von Spielern wie Ducksch und einem neuen Trainer könnte man genau jetzt den nächsten Schritt wagen und machen. Ole Werner hat Werder wieder zu einer festen Größe in der Bundesliga gemacht, doch jetzt ist Zeit für eine neue Zeitrechnung.
Die soll mit dem neuen Trainer Horst Steffen beginnen. Mit Elversberg ist er gerade noch ganz knapp am Aufstieg in die Bundesliga gescheitert und ließ das Team aus dem kleinen Ort im Saarland den wahrscheinlich besten Fußball der vergangenen Zweitligasaison spielen. Passt er zu Werder? Vielleicht. Den Ansatz des schönen Fußballs gab es auch in Bremen schon immer und das passt definitiv. Auch die enge Verbundenheit zu seinem Ex-Verein passt irgendwie zu dem Familiengefühl bei Werder. Ich hoffe, er kann auch im Vorstand den Anreiz schaffen, mehr Mut zu beweisen, sowohl bei Transfers als auch z.B. bei dem Saisonziel Europa.

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