Bundesliga Spieltagsvorschau - Spieltag Nr.10

Die zweite Runde des DFB-Pokals ist vorbei und am Wochenende starten die Vereine wieder in den Ligaalltag. Spieltag 10 steht in der Bundesliga an und wartet mit einem Topspiel und mehreren möglichen Endspielen für einige Trainer auf.

„Der Klassiker“ – Vorteil beim BVB?

Das Meisterschaftsduell der letzten Saison geht in die nächste Runde. Am Samstag Abend steht das Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern an. Der BVB kommt mit einem hart erkämpften Sieg im Pokal gegen gut performende Hoffenheimer zurück, während die Bayern gegen den Drittligisten aus Saarbrücken mit 2:1 ausschieden. Liegt also das Momentum jetzt bei den Dortmundern? Die Heimkulisse und der Sieg am Mittwoch machen zumindest Hoffnung. Doch dagegen spricht, dass man seit 2020 nicht mehr gegen den FC Bayern gewinnen konnte. Die werden zudem wahrscheinlich hoch motiviert sein, ihren Fans zu zeigen, dass die Niederlage im Pokal ein Ausrutscher war. Vergangene Woche schickten sie ja Darmstadt in einem verrückten Spiel mit 8:0 nach Hause. Das Spiel hat jedoch auch zur Folge, dass Kapitän Joshua Kimmich fehlt. Inwieweit dies das Spiel des FC Bayern beeinflusst wird man erst am Samstag sehen. Die Tabellenführung können die Bayern jedoch nur bei einem Patzer von Bayer Leverkusen erobern. Insgesamt kann sich aber auf ein spannendes Duell freuen.

Beginnender Abstiegskampf – Erste Entscheidungsspiele?

Nach neun gespielten Spieltagen kann man langsam eine Tendenz für die Saison festlegen, wer oben und wer unten mitspielt. Aktuell stehen auf den letzten drei Plätzen der VfL Bochum, der 1.FC Köln sowie Mainz 05.

Entspannung bei Bochum

Bei Bochum ist die Lage jedoch im Gegensatz zu den anderen beiden Vereinen deutlich entspannter. Man ist im dritten Jahr in der Bundesliga seit dem Aufstieg 2021 und konnte sich in der letzten Saison durch eine gute Rückrunde mit Trainer Thomas Letsch vor dem Abstieg retten. Die Ansprüche werden gestiegen sein, aber man bleibt weiterhin realistisch. Der Gang in Liga 2 wäre mit Sicherheit keine Schande, aber letztendlich sollte man langfristig in dieser Spielzeit vor mindestens einem Aufsteiger und einer anderen Mannschaft landen können.

Köln am Abgrund

Schlimmer sieht es beim Karnevalsverein aus Köln aus. Der FC steht aktuell auf Platz 17, hat letzte Woche 6:0 gegen RB Leipzig verloren und ist nun am Dienstag auch im Pokal gegen Kaiserslautern ausgeschieden. Köln spielt ideenlos, schlägt die meisten Flanken aller Bundesligisten steht aber bei den Torschüssen nur auf Platz 12. Trainer Steffen Baumgart hält an seinem Spielstil fest und meinte zuletzt vor dem Spiel gegen Bremen am 5.Spieltag (2:1 verloren), dass er dies solange macht, bis es funktioniert. Nach dem Derby-Sieg gegen Mönchengladbach kam zumindest die leise Hoffnung auf bessere Ergebnisse auf. Die konnte man nun aber nach den erneuten Niederlagen wieder über Bord werfen. Am Wochenende steht ein Heimspiel gegen den FC Augsburg an, der durch seinen neuen Trainer Jess Thorup und zwei Siegen im Rücken definitiv kein leichter Gegner sein wird. Bei einer erneuten Niederlage wird die Luft für Baumgart wahrscheinlich sehr dünn, auch wenn Trainer und Verein für mich persönlich sehr gut zusammen passen.

Bo Svensson vor dem Aus?

Auch bei Mainz 05 stehen die Anzeichen auf Abstiegskampf. Letzte Woche erkämpfte man sich in der Nachspielzeit noch ein Unentschieden gegen Konkurrent Bochum, ehe es am Mittwoch eine 3:0 Klatsche gegen Bundesliga-Absteiger und Zweitligisten Hertha BSC gab. Trainer Bo Svensson wurde hinlänglich in den letzten beiden Saisons für seinen Spielstil gelobt und beendete die Liga jeweils auf einem einstelligen Tabellenplatz. Aktuell steht man auf Platz 18 und hat nur drei Punkte zu verbuchen. Dazu die zweitmeisten Gegentore nach Aufsteiger Darmstadt, der letzte Woche mit 8:0 gegen den FC Bayern verlor. Für Mainz muss nun eine schnelle Wende kommen, ansonsten ist das Kapitel Bo Svensson womöglich früher beendet, als man noch letztes Jahr gedacht hat.

Union Berlin angekommen in der Realität

Die wohl prominenteste Personalie um die es aktuell im Tabellenkeller geht ist Urs Fischer mit Union Berlin. Als Champions League Teilnehmer und Überflieger der letzten Saisons ist Union Berlin nun statt wie in der letzten Saison ganz oben nun fast ganz unten zu finden. Auf Platz 15 und mit sechs Punkten stehen die Hauptstädter. Zehn Pflichtspiele in Folge hat man verloren. Wie kann das sein? Zur neuen Saison hat man mit Robin Gosens, Kevin Volland und Leonardo Bonucci internationale Top-Spieler geholt. Trotzdem scheinen sie nicht den erhofften Effekt zu bringen. Ich bin der Ansicht, dass Union Berlin nun auf seinem eigentlichen Spielniveau angekommen ist. In den letzten Saisons hat man deutlich über den eigenen Verhältnissen gespielt. Die Euphorie konnte mitgenommen werden und das Spielglück lag oft auf der eigenen Seite. Spiele, die vor einem Jahr noch mit 1:0 gewonnen werden konnten, verliert man heute. Auch von der Mannschaft ist man auf dem Papier mit Sicherheit keine Mannschaft, die kontinuierlich in der Champions League mitspielt. Stattdessen gehört sie eher in den Bereich zwischen Platz 6 und 12. Der aktuelle Tabellenplatz ist natürlich deutlich zu schlecht für dieses Team, aber ich glaube auch nicht, dass sie dort unten stehen bleiben. Die Ansprüche sind jedoch viel zu schnell gewachsen. Urs Fischer ist für mich auch weiterhin der richtige Trainer. Im Spiel in der Champions League konnte man bereits wieder gute Ansätze sehen, auch wenn man nun erneut zwei Spiele gegen Bremen und Stuttgart verloren hat. Union ist in einem Tief, welches aber nicht unbezwingbar ist und vielleicht schon am Samstag gegen Eintracht Frankfurt ein vorläufiges Ende findet.

Meine Tipps für den 10.Spieltag

Zum Abschluss meiner Spieltagsvorschau gebe ich nun noch meine Tipps für die neun Spiele am Wochenende ab:

Darmstadt 1:2 Bochum

Union 0:2 Frankfurt

Freiburg 1:1 Mönchengladbach

Mainz 1:3 Leipzig

Köln 1:2 Augsburg

Hoffenheim 2:3 Leverkusen

Dortmund 1:1 Bayern

Wolfsburg 2:0 Bremen

Heidenheim 1:2 Stuttgart

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